Häufige Buchstabenkombinationen im Deutschen
Das Deutsche hat einige Buchstabenfolgen, die so charakteristisch sind, dass man sie schon beim Lesen erkennt — ohne das ganze Wort zu sehen. „Sch", „ch", „pf", „ei", „au" sind aus dem deutschen Schriftbild nicht wegzudenken. Dieser Artikel zeigt, welche Bigramme und Trigramme im Deutschen am häufigsten vorkommen, warum das so ist und wie man dieses Wissen beim Wortspiel nutzt.
Was sind Bigramme und Trigramme?
Ein Bigramm ist eine Folge aus zwei aufeinanderfolgenden Buchstaben — etwa „st", „ei", „ch". Ein Trigramm sind drei Buchstaben in Folge: „sch", „ung", „lich". Jede Sprache hat ihre eigenen typischen Kombinationen. Im Deutschen sind viele davon das Ergebnis einer langen Geschichte aus Lautwandel und Rechtschreibreformen.
Die zehn häufigsten Bigramme im Deutschen
Statistische Auswertungen deutscher Textkorpora (etwa der Mannheimer Korpora oder des Deutschen Referenzkorpus) liefern folgende Reihenfolge:
- en — das häufigste Bigramm, vor allem als Plural- und Infinitiv-Endung (laufen, Tagen)
- er — Komparativ und Personensubstantive (großer, Lehrer)
- ch — das deutsche Reibe-Konsonant-Markenzeichen (ich, nach)
- de — Wortanfang und -ende (der, Ende)
- ei — der erste Diphthong (ein, breit)
- nd — Verbendung und Substantivierung (Wind, Strand)
- te — Adjektiv- und Verbendung (gute, hatte)
- in — Femininum-Suffix und Präposition (Lehrerin, in der)
- ie — langer I-Vokal (sie, Tier)
- ge — Vorsilbe des Partizips (gespielt, gesagt)
Die wichtigsten Trigramme
Bei Drei-Buchstaben-Folgen wird das Bild noch deutlicher deutsch:
- sch — der vielleicht charakteristischste Klang des Deutschen
- ich — Personalpronomen und Suffix (-lich)
- ein — Artikel und Anfang vieler Wörter
- der — der häufigste Artikel
- nde — Endung von Substantiven (Ende, Sunde)
- ung — Substantivierungs-Suffix (Bildung, Achtung)
- cht — sehr häufig in Verbformen (machcht, sagcht) und Substantiven
- and — kommt in Konjunktionen und Substantiven vor
Warum diese Kombinationen so häufig sind
Drei historische Faktoren erklären die Verteilung:
Flexionsendungen
Deutsch ist eine flektierende Sprache. Substantive haben Genus, Numerus und vier Fälle; Verben haben Personalendungen. Diese Endungen — -en, -er, -te, -nde — wiederholen sich in zig Tausend Wörtern und treiben die Häufigkeit nach oben.
Lautwandel
Das mittelhochdeutsche „k" wurde im hochdeutschen Lautwandel oft zu „ch" (Vergleich: englisch make → deutsch machen). Das hat „ch" zur dominanten Konsonantenkombination gemacht.
Komposita
Im Deutschen werden Wörter zu langen Komposita verkettet: Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän. Solche Wörter erzeugen Buchstabenfolgen, die in kürzeren Sprachen seltener sind.
Beim Wortspiel anwenden
Wer ein Scrabble- oder Wordle-Spiel beginnt und ein „SCH" auf der Hand hat, hat einen riesigen Vorteil: Diese drei Buchstaben bilden den Anfang Hunderter deutscher Wörter — von SCHAF bis SCHWESTER. Ähnlich wertvoll ist die Endung -UNG, mit der sich häufig ein Bingo bauen lässt (alle sieben Steine in einem Zug).
Tipp für Wordle: Wenn der zweite Buchstabe gelb wird und du weißt, dass im Wort ein „E" steht, prüfe systematisch die häufigsten Bigramme mit E — „ei", „er", „en", „ie", „eu". Eines davon trifft in 80 Prozent der Wordle-Wörter zu.
Häufige Vokal-Kombinationen
Das Deutsche hat fünf Diphthonge (Doppelvokale):
- ei — wie in „Stein", gesprochen „ai"
- ie — wie in „Tier", gesprochen „ii" (langer I-Laut)
- au — wie in „Haus"
- äu/eu — wie in „Häuser"/„Beute", gesprochen „oi"
- ai — seltener; wie in „Hai", gesprochen wie „ei"
Fazit
Wer die häufigsten Buchstabenkombinationen des Deutschen kennt, liest Wörter schneller, schreibt zuverlässiger und gewinnt mehr Wortspiele. „Sch", „ch", „ei", „en" und „ung" sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Sprachgeschichte. Ein Buchstaben-Entmischer trainiert das Auge: Mit ein paar Wochen regelmäßigem Üben fallen einem in Sekundenschnelle alle relevanten Wörter ein.
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